Westerngitarre

Westerngitarren entstammen, wie der Name erahnen lässt, aus dem USA. Es handelt sich um akustische Gitarren, die sich gleichwohl in der Bauweise, der Besaitung, der Bedienung und dem Klang von anderen akustischen Gitarren erheblich unterscheiden.

Akustische Gitarren sind in der Regel mit Saiten aus Nylon bespannt. Der klassische Steel-Sound einer Westerngitarre lässt sich auf diese Weise indes nicht erzielen. Eine Westerngitarre wird mit Stahlsaiten bespannt, was naturgemäß zu Unterschieden im verwendeten Material des Körpers und des Halses führt.
Der berühmte Country-Sound aus den Western-Staaten der USA mit weltbekannten Interpreten wie John Denver ist eng an die Westerngitarre gebunden. Hierbei wird die Westerngitarre im Rahmen einer Band selbstverständlich elektrisch verstärkt, so dass die meisten Westerngitarren über Tonabnehmer verfügen oder von ihrem Besitzer damit ausgerüstet werden.Westerngitarre
Akustische Gitarren sind generell mit sechs Saiten versehen. Westerngitarren gibt es auch mit sechs Saiten, doch verfügt die Westerngitarre in ihrer klassischen Ausprägung über zwölf Saiten, wobei die zusätzlichen sechs Saiten in den unteren Lagen eine Oktave höher spielen und bei den oberen Saiten lediglich doppelt vorhanden sind, um dem Instrument mehr klangliche Präsenz zu verleihen. Es gibt auch Westerngitarren mit neun Saiten, wobei lediglich die tiefen Saiten doppelt vorhanden sind.
Die Bedienung eines Instruments mit zwölf Saiten, deren sechs Paare extrem dicht aneinander liegen, ist mit herkömmlichen Zupftechniken einer akustischen Gitarre kaum zu bewerkstelligen. Es gibt daher eine große Vielzahl von Techniken, mit denen eine Westerngitarre richtig gespielt werden kann.

Klassische Zupftechniken sind bei einer Westerngitarre prinzipiell mit zwei Schwierigkeiten verbunden: Die bereits erwähnte erforderliche Virtuosität bei einer Gitarre mit zwölf Saiten sowie die Stahlsaiten. Die Saiten aus Stahl strapazieren die Fingerkuppen enorm und führen rasch zu schmerzhaften Blasen an den Fingern. Häufig werden Westerngitarren daher mit einem Plaektrum gespielt.
Das filigrane Spielen einer Gitarre mit zwölf Saiten mit Hilfe eines Plaektrums erfordert viel Übung und in der Anfangsphase auch Anleitung, macht aber die Einzigartigkeit des Instrumentes aus und ist daher aller Mühen wert. Das verwendete Plaektrum sollte möglichst hart sein, da sich bei den zwölf Saiten ansonsten schnell ein unerwünschter Sound bildet.

Der klassische Country-Sond, für den Westerngitarren gerne eingesetzt werden, zeichnet sich durch eine eigene Melancholie aus. Diese wird häufig durch gezogene Barrée-Griffe erreicht, mit denen der erwünschte “Heul-Sound” erreicht wird. Die Stahlsaiten machen auch den ständigen Einsatz von Barrée-Griffen für Menschen mit nicht übertrieben ausgeprägter Hornhaut an den Fingern zu einer schweren Belastungsprobe. Daher werden Westerngitarren oft mit der sogenannten Bottleneck-Technik gespielt: Hierbei wird die Gitarre meist etwa im Sinne des E-Dur- oder E-Moll-Akkordes gestimmt. Die Barrée-Griffe können dann mit Hilfe eines Taschenmessers oder eines anderen kleinen Gegenstandes auf dem Hals erreicht werden, ohne, dass der Körper des Spielers in Mitleidenschaft gezogen wird. Der besonders starke Druck auf den Hals, der hiermit erzielt wird, verleiht dem Spiel den typischen Country-Klang.

Westerngitarren der führenden Hersteller sind meist mit herrlichen Verzierungen auf dem Korpus versehen. Sie unterstreichen die Außergewöhnlichkeit der Instrumente. Eine Westerngitarre ist in den Händen eines geübten Gitarristen ein wunderbares Instrument und oft eine Berreicherung des Band-Sounds. Für Grillabende im Sommer ist sie auch in unseren Breiten längst der akustische Inbegriff von Lagerfeuer-Romantik

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