E-Gitarre
Wollten Sie als Jugendlicher vielleicht auch Mitglied einer Rockband werden? Gleichgültig jedenfalls zu welcher Generation Sie gehören und welche Stilrichtungen Sie bevorzugen, in einem Punkt werden Musikliebhaber sich in jedem Fall einig: eine gute Band braucht einen guten Gitarristen.
Als in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die E-Gitarre in Serienproduktion ging, war der Grundstein für eine weltweite Revolution in der Musik und letztendlich auch in der Gesellschaft gelegt. Jugendliche Rebellion bekam ihren Soundtrack. Doch der Weg in die Gegenwart war steinig. So wurde Bob Dylan, als er sich mitte der 60er Jahre der elektronisch verstärkten Musik zuwandte, für seinen “Verrat” an die Folk-Musik noch heftig kritisiert und Fans verließen empört seine Konzerte.
Heute sind solche Szenarien natürlich undenkbar geworden und die E-Gitarre ist längst nicht mehr nur begehrtes Objekt unter Gitarristen; sie sind regelrechte Verkaufsschlager und der Markt ist mit verschiedenen Modellen (in allen Preisklassen) überschwemmt.
Der Hauptunterschied zwischen der Akustik- und der klassischen E-Gitarre ist ein offensichtlicher: bei der elektrischen Gitarre fehlt der Klangkörper zur Verstärkung der Saiten. Vor Ausbruch des 2. Weltkrieges hatten George Beauchamp und Adolf Rickenbacker den aus einem mit einer Spule umwickelten Magneten bestehenden Tonabnehmer entwickelt. Die Schwingbewegung der Saiten wird über den Tonabnehmer (pickup) abgenommen und elektronisch verstärkt wiedergegeben. Leo Fender war im Übrigen der Erste, der 1948 E-Gitarren ohne Resonanzkörper in die Produktion schickte; vorherige elektrisierte Modelle besaßen diesen noch und waren somit auch akustisch spielbar. Neben den Grundtypen, gibt es heute zahlreiche Mischformen.
Die Art des Tonabnehmers bestimmt nicht unwesentlich über den Sound des Instruments. Hier unterscheidet man zwischen dem sogenannten Humbucker (Doppelspule) und dem Single Coil (Einzelspule). Während der Single Coil klare und hohe Töne erzeugt, klingen mit Humbuckern bestückte E-Gitarren basslastig und tief. Viele elektrisch verstärkte Gitarren verfügen zudem noch über ein Tremolo zur Veränderung der Tonhöhen. Auch hier gibt es verschiedene Modelle. Effektgeräte wie das durch Hendrix berühmt gewordene “Wah-wah”-Pedal, geben dem Musiker die Möglichkeit zwischen einer Vielzahl von Sound-Effekten zu wählen.
Alles in einem lässt sich sagen, dass der Sound und die klangliche Qualität einer elektrischen Gitarre von allen Komponenten abhängig ist. Wer wirklich wert auf ein hohes Niveau legt, sollte nicht nur beim Kauf der Gitarre selbst, sondern auch beispielsweise bei der Wahl der Saiten und des Verstärkers gut informiert sein und genau wissen, was er möchte.

