Die spanische Gitarre
Durch ihren Ursprung wird die Konzertgitarre synonym als spanische Gitarre bezeichnet.
Dreh- und Angelpunkt der herkömmlichen Bauweise und Expansion ist Spanien, nachdem die “Kitharas” aus Griechenland dort heimisch wurden.
Ab diesem Zeitpunkt begründeten spanische Gitarrenbauer ihren Werdegang und Antonio Torres (1817-1892) setzte mit dem gleichnamigen Spiel- und Zupfinstrument einen Meilenstein in der Entwicklung. Sie blieb bis heute das Basismodell aller Konzertgitarren. Der akustischen (traditionell unverstärkten) Gitarre mit der Herkunft um 1860 – 1865 zuzuordnen, vereint sie die Konzertgitarre mit der klassischen Gitarre, neben dem Ausläufer der Steelstrings (Stahlseiten) und Westerngitarre, zu einer Untergruppe. Die Tonerzeugung und Klangverstärkung erfolgt rein mechanisch.
Durch traditionelle Familienbetriebe und überlieferte Erkenntnisse stammen viele weltweit importierte Spitzeninstrumente heute noch aus dieser Region.
Die Qualität des Klangvolumens ist maßgeblich von der Reihenfolge und Art des Zusammenbaues und des verwendeten Ausgangmaterials abhängig.
Der Klangkörper aus Vollholz besteht entweder aus heller Fichte, die einen sanften, weichen Klang erzeugt oder der kanadischen dunklen Zeder, die perlige, härtere Töne hervorbringt.
Von vielen als stilvoller Aufputz wahrgenommen wird die Funktion der Randeinlagen zur Veredelung der Tonqualität verkannt. Durch ihren exakten Einbau an Decke und Boden bewirken sie ein spannungsfreies Schwingen.
Die spanische Gitarre unterscheidet sich in ihrer Herstellung von anderen Konzertgitarren.
Das Verbindungsteil zwischen Hals und Korpus (Halsfuß) bildet den Ausgangspunkt. Nach der vollständigen Modellierung des Halses werden die Zargen (Seitenwände) in eingekerbte Schlitze eingearbeitet. Die Verbindung ist somit von Anfang an gewährleistet. Bei der deutschen Verarbeitung und der Western Gitarre werden Hals und Korpus getrennt gefertigt. Um die nötige Materialsynthese zu erreichen, verbinden sie sich mit Leim, Dübel und Schrauben oder der traditionellen Schwalbenschwanzverbindung. Der größere Zeitaufwand der spanischen Konstruktionsart wird durch genauere Tonübertragung entlohnt.
Die spanische Gitarre wird durch eine minimal aufgewölbte Decke und auf das Schall-Loch ausgerichtete Fächerbalken charakterisiert. Daraus resultiert eine dünne Deckplatte verbunden mit hoher Widerstandsfähigkeit. Die Töne werden zeitnah und in guter Klangfarbe übertragen und der Entstehung von Trockenrissen durch die natürliche Holzschrumpfung wird entgegen gewirkt. Bei dieser Bauweise kann sich die aufgebaute Spannung durch die Abflachung der vorgewölbten Decke entladen, bevor ein Riss entsteht. Die einfache Querbalkenkonstruktion anderer Gitarren hinkt in der Qualität deutlich hinterher.
Die Bespannung mit Nylonsaiten besteht aus Kunststoff (h-, g- und e- Saite) oder aus Kunststofffaserkern mit dünnen Metallfäden. (d-, A- und E- Saite)
Zupfen oder Fingeranschlag erzeugt die Töne. Bei Künstlern der Volksmusik, lateinamerikanischen und spanischen Musik und der klassischen Musik erfreut sich die Konzertgitarre großer Beliebtheit.