Konzertgitarre
Die sechsseitige Konzertgitarre ist der Klassiker unter den akustischen Gitarren. Wegen ihres breiten Griffbretts ist sie anders als etwa eine Western- oder E-Gitarre verhältnismäßig leicht zu spielen und erfreut sich gerade auch beim Anfänger großer Beliebtheit. So manch eine lebenslange Liebe zur Gitarrenmusik und zur akustischen Gitarre nahm ihren Anfang mit dem Erwerb einer Konzertgitarre. Teuer muss ein solches Instrument nicht sein: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine Gitarre anzuschaffen oder einem musikinteressierten Jugendlichen damit eine Freude machen wollen, finden Sie im Fachhandel oder auch im Internet bereits günstige Angebote für unter 100 Euro. Daneben gibt es besonders edle Ausführungen aus Meisterbauerhand, die ihren Preis haben.

Spanien gilt als Mutterland der heute gebräuchlichen Konzertgitarre. Die besten Gitarrenbauer der Welt kamen lange Zeit von der iberischen Halbinsel. Als bedeutendste deutsche Gitarrenbauer-Dynastie gilt die Familie Hauser, die seit Generationen in Bayern hochwertige Instrumente im traditionellen Stil herstellt. Die klassische Konzertgitarre hat sechs Saiten aus Nylon, in früheren Zeiten waren diese aus Tierdarm, noch heute gibt es gelegentlich Gitarrensaiten aus Schafsdarm. Ganz moderne Modelle haben Saiten aus dem thermoplastischen Kunststoff PVDF, auch bekannt als “Carbonsaiten”, die eine flexiblere Klanggestaltung ermöglichen. Die Melodiesaiten sind dabei feiner als die Bassseiten, diese wiederum sind mit dünnem Metalldraht aus Kupfer oder Silber überzogen. Neu aufgezogene Gitarrensaiten müssen sorgfältig gestimmt werden, nach ca. 40 Stunden Spielzeit sollten sie gegen einen Satz neuer ausgetauscht werden.
Das Besondere am Bau eines solchen Instruments ist die Verwendung unterschiedlicher Hölzer für die einzelnen Teile. Gute und robuste Einsteigermodelle haben meist eine Fichtendecke, während Boden und Seitenteile, Zargen genannt, aus Mahagoni ähnelndem Meranti sind, gehobene Modelle aus echtem Mahagoni. Griff und Steg werden meist aus Palisander gefertigt oder dem teureren Ebenholz. Um die nicht ganz unproblematische Verwendung von Tropenhölzern zu vermeiden, gehen europäische Gitarrenbauer allerdings zunehmend dazu über, eine Konzertgitarre komplett aus einheimischen Hölzern wie Ahorn, Kirsche, Fichte oder Linde zu bauen. Über die Qualität des Saiteninstruments entscheidet auch die Dicke und Verarbeitung der Hölzer. Gitarren aus Ahorn waren in früheren Zeiten wegen ihres luftigen Klangs beliebt als “Damengitarren”. Die Mechanik einer Konzertgitarre ist in der Regel verchromt, die Knöpfe heute oft aus Acryl und die Bundstäbchen aus Nickel oder Silber. Um den Korpus zu schützen, sind die meisten Gitarren lackiert, einige wenige lediglich geölt. Dabei entscheidet auch die Qualität des Lacks über den Preis: Die Palette reicht dabei von einfachen Lackierungen über hochwertigen Nitrolack bis zu handpoliertem Schellacküberzug bei Edelinstrumenten.